2011

Meinungen und Ziele- kurz und knackig

k.A.

Immer öfter kommt es mir so vor, als würden die meisten Menschen gar nicht verstehen, worauf Institutionen wie die Giordano- Bruno- Stiftung, die Konfessionsfreien, AG-ATHE, der Zentralrat der Ex- Muslime usw. hinauswollen. Oft fühlen sie sich aus unterschiedlichsten Gründen persönlich angegriffen, wenn man ihre Religion scharf kritisiert. Anscheinend werden Personen wie ich, welche ihre Kritik öffentlich machen, als aggressive Krawallmacher aufgefasst.

Aus diesem Grund sind hier mal die zentralsten Thesen einer säkular- humanistischen Sichtweise zusammengefasst, um diesen Mißverständnissen endlich vorbeugen zu können. Genauere Ausführungen scheinen wohl erst Sinn zu machen, wenn die Menschen diese zentralen Punkte verstehen.

Warum überhaupt Religionskritik?

Die großen monotheistischen Religionen ( Islam, Judentum, Christentum) haben seit ihrer Gründung nichts besseres zu tun, als zu missionieren und Andersdenkende zu verfolgen. Durch ihr Patent auf die einzig gültige Wahrheit sowie der gesellschaftlichen Ansicht, religiöse Gefühle müssten besonders geschützt werden, haben sie dabei leichtes Spiel.

Große Lichtgestalten z.B. der katholischen Kirche wie Mutter Teresa werden dabei gerne herangezogen, um die eigene Moralität zu untermauern. De facto war Mutter Teresa nur eine weitere Missionarin, welche sich wenig aus den Leben ihrer Patienten machte, Hauptsache diese werden zu gläubigen Christen. Ein Großteil der Spenden an ihren Orden befindet sich immer noch bei der Vatikanbank und nicht bei den Opfern.

Seltsam ist es auch, dass bei einem Grundgesetz, welches Meinungs- und Religionsfreiheit gewährleisten soll, einzelne religiöse Institutionen bevorzugt behandelt werden. An staatlichen Hochschulen gibt es theologische Fakultäten, welche von staatlichen Mitteln finanziert werden, um ihren Schülern und Studenten eine Ausbildung in Rhetorik zu bieten, gemeinhin "Theologie" genannt, und mit grundlegenden wissenschaftlichen Anforderungen an ein Hochschulstudium absolut nicht vereinbar.

Des Weiteren mag es stimmen, dass hier in Europa ein weichgespültes Christentum vorherrscht, im Rest der Welt sieht es aber anders aus. In Nigeria wird im Namen Christi weiterhin getötet und in den USA ziehen schmierige Fernsehprediger ihren gutgläubigen Zusehern das Geld aus der Tasche, ganz abgesehen von der politischen Macht welche die Kirchen besitzen und einsetzen, um sich schamlos selbst zu bereichern.

Ist institutioneller Glaube nicht etwas anderes als persönlicher Glaube?

Hier in Mitteleuropa ganz bestimmt, kaum ein Christ in Österreich oder Deutschland ist einverstanden mit den Ansichten des Vatikans oder evangelikaler Bewegungen. Dennoch wird Religion weiterhin als etwas Positives angesehen, was völlig grundlos erfolgt. Die Mißbrauchsvorwürfe gegen die Kirchen werden als Einzelfälle abgetan, wobei wir es mit einer großen Zahl von Einzelfällen zu tun haben...was diese wiederum nicht als Einzelfälle legitimiert.

Der persönliche Glaube gehört in den privaten Bereich verlagert, und hat in der Politik sowie in Schulen nichts verloren. Jeder soll glauben was er möchte, im öffentlichen Bereich aber muss und soll es mit rechten Dingen zugehen. Daher sind Laizismus und Abschaffung der kirchlichen Privilegien, welche in der Dollfuß- bzw. in der NS- Zeit beschlossen wurden, grundlegende Ziele.

Verletzt das nicht religiöse Gefühle?

Ja, mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit. Die Frage ist nur, welchen Anspruch religiöse Gefühle haben, um besonders geschützt zu werden. Nur weil viele Menschen Unsinn glauben ist dies noch lange kein Grund, Kritik an diesem Unsinn zu verbieten bzw. zu unterlassen.

Religiöse Gefühle sind nicht schützenswerter als die Gefühle von Marxisten, Freiheitlichen, Schlager-Fans oder auch Atheisten. Das Prinzip "es kann nicht wahr sein, was nicht wahr sein darf" gehört abgeschafft.

In Deutschland stellen die Konfessionsfreien einen höheren Bevölkerunsanteil dar als die Katholiken oder die Evangelisten. Dennoch werden deren Gefühle in der Politik oder in der allgemeinen Öffentlichkeit nicht berücksichtigt. Ein Viertel aller ÖsterreicherInnnen sind ebenfalls ohne religiöses Bekenntnis, dennoch müssen sie ebenfalls für den Erhalt von Kirchen und der Verbreitung religiöser Überzeugungen mitzahlen, ganz zu schweigen von Homosexuellen, die ebenfalls dafür zahlen müssen, diskriminiert zu werden. Deren Gefühle interessieren hierbei kaum jemanden, daher müssen Gläubige auch in der Lage sein, mit Kritik umgehen zu können.

Warum so aggressiv?

Ganz einfach: um gehört zu werden, abgesehen davon verstehe ich nicht, was an der Entzauberung der Religionen durch Wissenschaft und Philosophie aggressiv sein soll. Das wäre so, als würde sich ein Schüler aufregen, weil ihm ein "aggressiver" Lehrer für seine Gleichung "2 und 2 ist 5" eine schlechte Note gibt oder ein Mensch, der sich für Superman hält, die psychiatrische Klinik als aggressiv beschimpft.

Satire und teilweise Polemik ist sicher auch häufig anzutreffen, was auch seine Gründe hat und nicht nur aus Aggressivität heraus passiert. Schon Nietzsche wusste, dass man nicht mit dem Schwert tötet, sondern durch das Lachen. Es hindert übrigens niemand religiöse Menschen daran, Ansichten welche hier oder anderswo vertreten werden, auch satirisch zu kommentieren. Abgesehen von der Tatsache, dass man nachprüfbare Gewissheiten schwerer persiflieren kann als Hirngespinste. Satire muss schließlich auch haltbar sein, um gut werden zu können.

Tun die Religionen nicht auch viel Gutes?

Einzelne religiöse Menschen tun im Namen ihrer Religion bestimmt sozial wertvolle Dinge, das will auch niemand bestreiten. Die Religionen an sich aber haben viel mehr geschadet als genützt. Um dies zu erkennen, genügt ein Blick in ein Geschichtsbuch, oder auch in die heutigen Nachrichten.

Die Mär von Diakonie und Caritas ist ebenfalls zu verwerfen, diese werden zu einem großen Teil von Steuergeldern finanziert, und ich spreche hier nicht von der Kirchensteuer. Nur weil hier "Kirche" draufsteht, ist noch lange nicht "Kirche" drin.

Sollen Religionen abgeschafft werden?

Nein, jeder hat das Recht zu glauben was er möchte, an diesem grundlegenden Recht soll auch nichts geändert werden, außer dass es in den privaten Bereich verlegt werden soll. Was Kreuze in Schulen oder das Schwören auf die Bibel (USA) mit einem modernen Rechtsstaat zu tun haben sollen ist äußerst fragwürdig.

Da religiöse Gefühle nicht schützenswerter sind als alle anderen, tut es mir zwar leid wenn gläubige Menschen sich angegriffen fühlen, ich lege diesen Menschen jedoch nahe sich mal ernsthaft mit ihrer Religion zu beschäftigen. Beleidigt sein alleine ist kein Grund, jemanden ernst zu nehmen wenn er ansonsten keine Argumente hat.

Ist Demokratie nicht eine religiöse Errungenschaft?

Nein, unser heutiges demokratisches System mit Meinungs-, Presse- und Religionsfreiheit musste gegen erbitterten Widerstand der Religion erkämpft werden. Die Werte der Aufklärung, welche sich letzten Endes gegen die Kirchen zumindest großteils durchsetzten, wurden von jenen nur schamlos kopiert und als eigene ausgegeben, als der Kampf hoffnungslos erschien.

Fazit?

Wer ein logisches, empirisch überprüfbares und vor allem redliches Weltbild sucht, muss in den Wissenschaften, der Philosophie und der Kunst suchen, und nicht in einer archaischen Hirtenreligion oder deren Ablegern. Wem das sauer aufstößt bzw. wer das nicht wahrhaben will, hat Pech gehabt. Wir haben bis jetzt keine besseren Mittel um die Welt zu begreifen, und diese sind den Religionen in allen Bereichen haushoch überlegen.

In diesem Sinne: Heidenspaß statt Höllenqual!

Quelle: Markus Arch

 

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