2011
Bildungsauftrag des ORF
S.g. Hr. Dr. Wrabetz,
als Generaldirektor des österreichischen Rundfunks und Vorsitzender des Aufsichtsrates der GIS sind Sie sicher ein sehr beschäftigter Mann und haben, wie das in solchen Positionen üblich ist, engagierte Mitarbeiter und Stellvertreter, die Ihnen hilfreich zur Seite stehen.
Es spricht auch für Sie, dass Sie ihren Redakteuren und Spartenexperten so viel Zeit und Raum für kreatives Programmplanen zur Verfügung stellen.
Auch wenn der ORF als Medienkonzern geführt wird, steht außer Zweifel, dass es sich beim Österreichischen Rundfunk um einen öffentlich rechtlichen Sender handelt, dem der Bildungsauftrag ein Anliegen sein sollte.
Schon die Übernahme der Wissenschaftsabteilung des ORF durch Gerhard Klein, und die dadurch herbeigeführte Quasi- Gleichstellung von Wissenschaft und Religion, ließ nichts Gutes erwarten und diese Befürchtung wurde ja auch bestätigt: Wissenschaft kommt im Programm nicht einmal in homöopathischen Dosen vor, Esoterikgurus machen sich am Bildschirm breit (Beispiel: Frühlingszeit), dass überdies katholisches Bodenpersonal, egal wohin man im Programm auch zappt, vor jedes dargebotene Mikrophon tritt, ist für die 24% konfessionsfreier Menschen in Österreich sehr ärgerlich und wert, einmal durchjudiziert zu werden, aber dass man heute, den 2.7.2011 ganze sieben Stunden lang eine Trauung überträgt, und damit quasi ORF2 lahmlegt, ist an Hohlheit nicht mehr zu überbieten !
Tu felix austria, nube – das galt bisher für die Vergangenheit unseres Landes , aber wie es aussieht , ist es wieder en vogue, Adelsfamilien beim Heiraten zuzusehen und Länder wie Monaco zu verherrlichen , wo gewiefte Österreicher legal Steuer hinterziehen , und Steuergeld und GIS- Gebühren zum Abfilmen von solchen Geschmacklosigkeiten verschleudert werden , wobei noch zu klären wäre, ob dieser Event so viel Quote bringt, dass es den Großeinsatz des ORF lohnt !
Edith Bettinger i.A. Theo Maier
