2011
33 Monate teilbedingte Haft für "Seherin"
Kunden 415.000 Euro herausgelockt
Die Staatsanwaltschaft warf der Villacherin und ihrem Mann schweren gewerbsmäßigen Betrug vor. Das Paar soll von 2006 bis 2010 insgesamt 415.000 Euro ergaunert haben.
Statt das Geld ihrer Ex-Schwägerin wie ausgemacht "aufzubewahren" gaben es die Angeklagten aus. Die 39-jährige Villacherin hatte laut Anklage ein Krebsleiden vorgetäuscht, den Weltuntergang und die Finanzkrise im Jahr 2008 prophezeit.
So lockte sie unter anderem ihrer Ex-Schwägerin das Geld heraus, das aus einem Liegenschaftsverkauf stammte. Sie bot an, das Bargeld in ihrem Haus aufzubewahren, denn nur dort sei es sicher. Als das Geld zurückgefordert wurde, war es plötzlich verschwunden.
Der Mann der Seherin gab an, unwissend zu sein. Überraschendes Geständnis der Angeklagten
Wiesen die Beschuldigten in den bisherigen Verhandlungsrunden noch jede Schuld von sich, kam am Mittwoch ein überraschendes Geständnis der Frau.
"Es tut mir alles so leid, ich habe meinen Mann belogen und das Geld im Casino verspielt", erklärte die "Seherin" dem Schöffensenat mit vorsitzendem Richter Oliver Kriz.
Der Mann wollte von alldem nichts gewusst haben. "Die finanziellen Belange habe ich immer meiner Frau überlassen", so der Kärntner.
Langer Deliktszeitraum wirkte erschwerend
Kriz wertete das Geständnis der Frau als mildernd, erschwerend wirkte sich unter anderem die führende Rolle der Frau bei den Taten und der lange Deliktszeitraum aus.
Der Mann wurde nunmehr wegen schweren Betrugs und Hehlerei zu 20 Monaten bedingter Haft verurteilt.
Die Energetikerin nahm ihr Urteil an, ihr Mann erbat sich drei Tage Bedenkzeit. Die Staatsanwaltschaft gab keine Erklärung ab.
Die Urteile sind nicht rechtskräftig.
Quelle: orf.at.
