2011
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07.07.2011
Wien (KAP) Mehr als 4.000 Kinder zwischen 7 und 12 Jahren tauchen ab 11. Juli bei der diesjährigen "Kinderuni Wien" in die Welt der Wissenschaft ein. Insgesamt stehen bis 23. Juli rund 30.000 Studienplätze in Vorlesungen, Workshops und Seminare aus den verschiedensten wissenschaftlichen Fachbereichen zur Verfügung. Unterrichtet werden die "Nachwuchsforscher" von 500 "echten" Wissenschaftlern. Unter ihnen sind mit der Vizerektorin der Universität Wien, Prof. Christa Schnabl, und dem Benediktinerpater Sebastian Hacker auch zwei Theologen.
"Dass die Bibel kein Astronomielehrbuch ist, wissen viele. Aber dass Galileo Galilei an Gott glaubte und ein guter Freund des Papstes war, wissen nur wenige", heißt es im Vorlesungsverzeichnis der "Kinderuni" zur Lehrveranstaltung "Wer hat recht - Galileo Galilei oder die Bibel?". Seminarleiter P. Hacker will den Kindern die Hintergründe des Falls Galilei verdeutlichen.
"Das Verhältnis Naturwissenschaft und Glaube interessiert auch die Kinder", sagt der Benediktiner im "Kathpress"-Gespräch. Allerdings gehe es bei Galilei, der das naturphilosophische Weltbild des Aristoteles widerlegte, ursprünglich eigentlich nicht um einen Konflikt zwischen Glaube und Wissenschaft, sondern zwischen Philosophen.
Beim Thema Galilei werde etwa in den Medien "so viel verdreht, dass es gut ist, dass die Kinder das früh lernen", so Hacker. Galileo war ein gläubiger Katholik, erinnert der Benediktiner: "Galileo sagte selbst: 'Die Intention des Heiligen Geistes ist es, uns zu lehren, wie man in den Himmel kommt und nicht wie sich der Himmel bewegt.'"
In einem weiteren Seminar bei der "Kinderuni" versucht Hacker unter dem Titel "Spricht Jesus Russisch oder Latein?" Kindern die Ursprünge der unterschiedlichen Konfessionen des Christentums zu erklären. "Warum feiern Katholiken und Orthodoxe Ostern und Weihnachten an einem anderen Termin oder warum sind ihre Priester anders gekleidet?" Gerade in Wien, wo immer mehr Angehörige der Ostkirchen lebten, würde Kinder etwa durch Klassenkollegen vermehrt mit diesen Fragen konfrontiert, schildert P. Hacker.
Mit "Spielregeln der Gerechtigkeit" befassen sich die Kinder bei einer theologischen Lehrveranstaltung mit der Sozialethikern und Vizerektorin der Universität Wien, Prof. Christa Schnabl. Bei dem Workshop können die Nachwuchsforscher herausfinden, wann und warum sie etwas gerecht finden und wann nicht.
Quelle: Kathpress
