2011

Cogito ergo sum

Trichter

Gegen den Strom schwimmen

Oh Herr lass Hirn vom Himmel regnen! Wenn das eine Lösung für die Probleme unserer Zeit wäre, würde ich als bekennende Atheistin noch zu beten beginnen.
Aber ich fürchte, die Erfolgsaussichten sind marginal.
Es ist ja en vogue, über Politiker, Banker, Journalisten u.ä. zu lästern, aber dass diese Berufsgruppen ein Spiegel unserer Gesellschaft sind, wird dabei nicht bedacht.
Der Mensch kommt als Nesthocker zur Welt, muss mit viel Liebe und Verantwortung erst sozialisiert werden und wenn diese Sozialisierung versagt dann bekommen wir genau die Mitbürger, die wir jetzt haben. Das hat auch nichts mit den angeblich verloren gegangenen christlichen Werten zu tun – wenn dem so wäre, hätten wir ja jetzt nach 2000 Jahren Trial und Error eine perfekte Welt. Haben wir aber nicht und werden wir auch nie haben, denn Perfektionismus ist keine Kategorie des menschlichen Wesens. Etwas mehr Konsequenz würde schon helfen!

Bildung ist kein Wert mehr

Mit Selbstverständlichkeit nutzen wir die Errungenschaften der Technik und Wissenschaft, gleichzeitig rümpfen wir die Nase über Experten und gehen Blendern auf den Leim, die einfache Worte und Lösungen für komplexe Themen und Probleme haben. Selber schuld, nicht jammern, liebe Landsleute, ihr wollt es nicht anders, offenbar wollt ihr belogen und getäuscht werden.
Frommsein gilt mehr als gebildet sein, Populisten werden eher gehört als die Elite – es gilt konsequenter zu sein im täglichen Leben und im Umgang mit Menschen und Ideologien.
Bildung hilft und es tut auch überhaupt nicht weh – allerdings ist es mühevoller alles zu hinterfragen und das im Journalismus übliche cui bono vor jede angebliche Antwort zu stellen.

Konsequent zu Ende denken

Weiterhin werden Atomreaktoren gebaut, obwohl es eine veraltete Technik ist und die Endlagerfrage nicht geklärt ist, nach wie vor lassen wir uns von Politikern aufhetzen, obwohl wir alle Geschichte gelernt haben. Nachwievor gibt es begeisterte Verteidiger des Neoliberalismus, obwohl die Verlierer dieser Art von Marktwirtschaft immer mehr werden.
Wir lassen uns wie Schulkinder auseinanderdividieren in Leistungsträger, Mittelschicht (die jeder anders definiert) und Sozialschmarotzer, mit vielen Abstufungen dazwischen.
Wo sind die Denker dieses Landes und warum werden sie nicht gehört?
Seid konsequent: wenn ihr das Internet benutzen und vor jedem Autokauf einen Testbericht lesen könnt, ist es wohl zumutbar, auch im täglichen Leben das Hirn einzuschalten und immer kritisch und skeptisch zu bleiben!

 

Edith Bettinger

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