2011

Absage von WKR-Ball gefordert

k.A.

Bei den Teilnehmern dieses Balles handelt es sich um Burschenschaften, die romantisierende, rassistische Weltanschauungen verherrlichen. Dort wird offen Geschichtsfälschung betrieben, in der sich die österreichischen Burschenschafter zu Freiheitshelden hochstilisieren, die sie nie waren.
1848 gab es auf dem Gebiet des heutigen Österreichs keine Burschenschaften und deren Vorläufer, die Bürgercorps, beteiligten sich an der „Praterschlacht“, indem sie mit „wohlwollender Neutralität“ zusahen, wie die Truppen des Kaisers die Arbeiter niederschossen.
Nebenbei sei erwähnt, dass der burschenschaftliche Antiklerikalismus fast immer ausschliesslich Antikatholizismus war, freidenkerische Motive hatte er, wenn überhaupt, nur in den seltensten Fällen.

Die Demonstration gegen den Ball in der Hofburg findet heuer auch mit Unterstützung von SPÖ und ÖGB statt.

Der Freidenkerbund begrüßt diese Entwicklung und unterstützt auch die Demonstration. Als eine an den Prinzipien der Menschrechte orientierte Organisation richten sich unsere Bedenken nicht gegen die Versammlung an sich (denn dies stellt einen Akt der Meinungs- und Versammlungsfreiheit dar, auch wenn bei etlichen Akteuren ein positives Verhältnis zu den Menschenrechten erntshaft in Frage gestellt werden muss), sondern gegen die Abhaltung derselben in der Hofburg. Da einige dieser Verbindungen eine hohe Affinität zur rechtsextremen Szene aufweisen, muss eine derartige Veranstaltung in diesem Rahmen kritisiert werden.

 

© Österreichischer Freidenkerbund, Dezember 2011

 

Bildquelle: "Renommierbummel" (um 1900), Gemälde von Georg Mühlberg (1863-1925), Rechte abgelaufen. Transfered from wikipedia

Weiterführende Links:

Absage von WKR-Ball gefordert – orf.at vom 14.12.2011

"Verhöhnung der Opfer der Schoah" - derStandard.at vom 14.12.2011

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