2010

Zum 100. Geburtstag von Mutter Theresa

Mutter Theresa

STRENGE FÜR DIE ARMEN, MILDE FÜR DIE REICHEN:

Mutter Teresa - eine Medienheilige
 

DIE Heiligen", schrieb George Orwell 1949, "sollte man solange für schuldig halten, bis das Gegenteil erwiesen ist." Bei Mutter Teresa scheint man es lieber umgekehrt zu halten. Während sich das Ansehen einer Person des öffentlichen Lebens gewöhnlich an ihren Taten bemißt, wird alles, was Mutter Teresa tut, im Lichte ihres Rufs gesehen. Und dieser Ruf ist der einer Heiligen, die sich selbstlos für die Ärmsten der Armen aufopfert.

Zwei Beispiele aus jüngerer Zeit. Im November 1995 sollten die Iren per Volksentscheid über das Recht auf Ehescheidung abstimmen. Irland war der letzte europäische Staat, in dem die Scheidung bis dato verboten war. Zur gleichen Zeit aber verhandelte das Land mit den Protestanten in Ulster, die befürchten, ein Abkommen mit Dublin könnte den Einfluß der katholischen Kirche überhandnehmen lassen. Wohl auch um die Protestanten im Norden zu beruhigen, riefen die meisten irischen Parteien dazu auf, bei dem Referendum mit Ja zu stimmen. Der Ausgang war denkbar knapp, am Ende siegten die Scheidungsbefürworter mit 50,3 Prozent. Mutter Teresa, die keine Irin ist, rief dazu auf, mit Nein zu stimmen.

Mehr auf: http://monde-diplomatique.de/pm/1996/11/15/a0280.text.name,askhJ8sdZ.n,43 (Quelle)

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