2010

Ostern: Mythen, Fakten, Rituale

Neues Freidenker-Logo, (c) Hanspeter Kriegl

Viele Kulturen feiern die Zeit um die Frühlingssonnenwende. Es ist vor allem in agragrischen Kulturen die Zeit des Neubeginns, der Auferstehung. Angesichts dessen verwundert es wenig, dass das Christentum auch eine Wiederauferstehungsgeschichte für diese Jahreszeit parat hält. Obwohl man etliche Verrenkungen unternehmen musste, um das hinzubekommen, wie Althistoriker Ronald Bilik analysiert. Die Redaktion hat in einem Artikel auch untersucht, welche Vorbilder der christliche Auferstehungsmythos hat.

Dass Ostern ein Fest der Verständigung und des Friedens ist, kann die katholische Kirche nicht (mehr) behaupten. Seit einigen Jahren dürfen wieder antijüdische Fürbitten am Karfreitag gelesen werden. Eine Erinnerung an die Jahrhunderte, die den Boden für den rassischen Antisemitismus aufbereiteten, wie Christoph Baumgarten schreibt.

Osterbräuche sind fest im Volksbrauchtum verwurzelt. Vermutlich verschüttete Erinnerungen an Feste aus einer Zeit, bevor das Land christianiert wurde. Heute erscheint Österreich zu Ostern demonstrativ katholisch. Dass es Andersdenkende gibt, wird vor allem von Medien geflissentlich ignoriert. Es gibt keine Distanz zu den christlichen Mythen. Diese werden als historische Wahrheit verkauft, die katholischen Rituale zum Massenbedürfnis umgedeutet, wie Christoph Baumgartens Bericht zeigt. Dass die Realität noch demonstrativer katholisch ist als ein Bericht zusammenfassen kann, zeigt ein Blick aufs ORF-Programm zu Ostern.

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