2010

"Seherin" wegen Betruges vor Gericht

eso

Die 39-jährige Hauptangeklagte soll eine Krebserkrankung vorgetäuscht, den Bankencrash vorausgesagt und Weltuntergangstheorien aufgestellt - und damit der ehemaligen Lebensgefährtin ihres Schwagers mit dessen Hilfe fast eine halbe Million Euro herausgelockt haben. Das Trio soll dabei die Hilfsbereitschaft des Opfers und die Angst vor einem Geldverlust ausgenutzt haben.

Geld und Haus unter "göttlichem Schutz"

Die Hauptangeklagte soll gegenüber der Geschädigten behauptet haben, ihr Haus stehe unter "göttlichem Schutz" - ihr Geld sei dementsprechend bei ihr "besser aufgehoben". Die Unternehmerin hatte zuvor ihr Haus in Bad Kleinkirchheim um 800.000 Euro verkauft. Tatsächlich gab sie der 39-jährigen "Seherin" immer wieder Geld, um es in dem vermeintlich "geschützten" Haus "sicher" aufzubewahren. Die 39-jährige versprach zwar, das Geld wieder zurückzugeben, doch dazu kam es nicht.

Geld "verschwunden" - Ehepaar reiste viel

Wohin das Geld "verschwand", weiß niemand: Der Mann der "Seherin" und der mitangeklagte Ex-Lebensgefährte des Opfers wuschen vor Gericht ihre Hände in Unschuld. "Meine Frau hat alle Geldgeschäfte geregelt", so der Ehemann.

Tatsache ist: Das Ehepaar machte viele Reisen, manchmal auch gemeinsam mit dem Ex- Lebensgefährten des Opfers. Binnen zwei Jahren ging es nach Australien, Griechenland, Ägypten, sowie auf zwei Kreuzfahrten und mehrmals nach Italien.

104 Casino-Besuche in eineinhalb Jahren

Und: Die Seherin und ihr Mann besuchten innerhalb von eineinhalb Jahren insgesamt 104 Mal das Casino. Man habe aber immer nur gewonnen, so der Ehemann in seiner Einvernahme. Der Prozess wird am Freitag fortgesetzt.

Quelle: orf.at

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