2009
Schützenhofer offenbar auch für "Abendland in Christenhand"
Es mag das sein, was man unter christlicher Toleranz versteht. Minarette nein. Kreuze in Schulklassen unbedingt. Das fordert der steirische VP-Obmann Hermann Schützenhöfer unmissverständlich in einem Interview mit dem ORF Steiermark.
Wörtlich sagt der Landeshauptmannstellvertreter: "In einer Zeit, wo darüber debattiert wird, ob es Minarette gibt, sage ich, dass wir ein Europa der Werte und nicht ein werteloses Europa haben möchten. Soweit darf es nicht kommen, dass wir die Kreuze abhängen und Minarette bauen."
Das eine sind religiöse Symbole in öffentlichen Gebäuden. Das andere sind muslimische Kirchtürme, die nicht vo Staat finanziert werden. Worin der Zusammenhang bestehen soll, geht aus dem Interview nicht hervor. Auch, warum Minarette für Schützenhöfer wertloser sind als ein Kreuz und warum letzteres überhaupt Werte hat, bleibt im Dunkeln. Betont doch die Volkspartei im allgemeinen immer wieder die Toleranz, die in ihren Augen eine christliche Erfindung ist, genauso wie Menschenrechte, Demokratie und Frauenrechte im besonderen.
Letztendlich scheint es nichts anderes zu sein als der plumpe Versuch, Laizität, Minderheitenrechte und zwei Religionen gegeneinander auszuspielen. Oder eine etwas weniger holprige Version von "Abendland in Christenhand". Ein rechter Traum, der sich auch und vor allem gegen HumanistInnen in ganz Europa richtet.
