2009
Erfolgreiche Präsentation
Mariahilferstraße 1A, vor einem der drei City Lights mit den Sujets der Atheisten-Buskampagne. Zahlreiche Mitglieder der Vereine Freidenkerbund, AG-ATHE und AHA sind zur Präsentation der Sujets gekommen, auch einige SympathisantInnen der Buskampagne. Niko Alm, Geschäftsführer der Agentur Super-Fi, die die Kampagne kostenlos abwickelt, hat fast dauernd irgendein Mikrofon vor dem Gesicht um interviews zu geben. JournalistInnen von Wienweb.at, ATV, Okto, Ö1 etc. sind gekommen.
Erfreulich, dass auch viele Gesinnungsfreundinnen- und freunde anwesend sind.
„Wir freuen uns, dass die Kampagne auf so große öffentliche Aufmerksamkeit stößt“, sagen Martin Luksan (Freidenkerbund) und Karl Linek (AHA). „Das zeigt, dass das Thema Atheismus öffentlich wahrgenommen wird. Immerhin leben in Österreich eine Million Menschen ohne Religionsbekenntnis. Andererseits zeigt die große Aufregung, dass es immer noch nicht gesellschaftlich akzeptiert ist, wenn jemand sagt, dass er nicht an Gott glaubt. Das ist immer noch ein Tabu-Thema, hier gibt es immer noch Diskriminierung“.
Kritik am Werberat
Ein Beispiel ist der Werberat. „Bei uns ist der Eindruck entstanden, als habe der Werberat unsere Kampagne zum Anlass genommen, um sich für politische Kampagnen zuständig zu erklären. Abgesehen davon, dass wir keine politische Kampagne machen: Es hat in der jüngsten Vergangenheit Beispiele gegeben, wo man Menschen absichtlich beleidigt und gegeneinander ausgespielt hat. Für Abendland in Christenhand hat sich der Werberat nicht zuständig gefühlt. Wenn wir öffentlich sagen, es gibt keinen Gott, gibt man uns zu verstehen, dass man uns gnadenhalber Religionsfreiheit zuspricht – aber nur, solange sich niemand beleidigt fühlt. Das kommt uns etwas scheinheilig vor“. Eigenartig ist aus unserer Sicht auch, dass die Religionsgemeinschaften gelassener darauf reagierten als der Werberat. „Die wollen natürlich vermeiden, uns zu viel Widerstand entgegenzusetzen, weil uns das Aufmerksamkeit und Sympathien bringen würden. Dass da der Werberat sprichwörtlich päpstlicher sein will als der Papst, mutet eigenartig an“.
Wenn sich das Gremium für derartige Werbekampagnen zuständig fühlt, sollte es auch auf die Kampagnen von Religionsgemeinschaften Acht geben: „Wir werden sicher keine Beschwerde einlegen sondern höchstens darauf hinweisen, dass da ein religiöses Märchen verbreitet wird. Aber ich wäre mir nicht sicher, ob nicht einige Angehörige anderer Religionen genauso intolerant sind wie manche Katholiken und sich vor den Kopf gestoßen fühlen“.
(Fotos: Anna Paseka)
http://www.buskampagne.at
http://www.politwatch.at
